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Die Wirtschaft Italiens


Wirtschaft

Jahr für Jahr, Monat für Monat, Immer wieder wird die Wirtschaft Italiens lahm gelegt durch zahlreiche Streiks der Fluglinien und Eisenbahnen und sonstigen gewerkschaftlich organisierten Arbeitsgruppen, die eine Folge der disharmonischen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Italien sind. Diese Disharmonie als Folge der Vielgestaltigkeit Italiens steht im Gegensatz zum Zentralismus Roms. Weil aber die Zentralregierung unfähig ist, lokale Probleme zu verstehen oder gar zu meistern, ist die Wirtschaft und sind die Menschen diesem Staat gegenüber misstrauisch. Etwa 20 Millionen Italiener sind berufstätig, davon acht Prozent in der Landwirtschaft, 42 Prozent in der Industrie und 50 Prozent ins Dienstleitungsgewerbe. Dass die regionalen Unterschiede sehr groß sind, verdeutlicht folgende Angabe: In Süditalien beträgt der Anteil der in der Landwirtschaft Tätigen über 30 Prozent, während Oberitalien industrialisiert ist.

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Land- und Forstwirtschaft

In den letzten 30 Jahren haben fünf Millionen Erwerbstätige die Landwirtschaft verlassen; dazu kommen noch die Familienangehörigen dieser Kleinbauern sowie Landarbeiter und Pächter. Ursache dafür ist die Sozialstruktur der italienischen Landwirtschaft, der auch heute noch der Gegensatz zwischen Klein- und Zwergbesitz einerseits und Großgrundbesitz mit Pachtsystem (42 Prozent der Betriebe) andererseits das Bild bestimmt. Ausschlaggebend dafür ist die historische Entwicklung.

Die Besitzer der großen Ländereien (Latifundien) leben in der Stadt sie haben ihr Land häufig noch nie gesehen. Das Latifundium wird in viele Parzellen aufgeteilt, die in Teilpacht vergeben oder durch Landarbeiter bewirtschaftet werden. Es wird lediglich der Naturalgewinn nach unterschiedlichen Prozentsätzen verteilt. Die ab 1950 erlassenen Gesetze zur Bodenreform hatten das Ziel, die bäuerlichen Abhängigkeiten zu beseitigen und den Großgrundbesitz abzuschaffen- Sie konnten ihr Ziel nur teilweise erreichen.
Italien ist als Produzent von Zitrusfrüchten, Weizen, Oliven, Mais. Wein, Edelobst, Frühgemüse, Zuckerrüben, Tabak und Baumwolle bekannt. Darüber hinaus ist es das bedeutendste Reisanbauland Europas. Die Hektarerträge der verschiedenen Anbauprodukte sind in den einzelnen Regionen unterschiedlich hoch. Hauptnahrungsmittel sind seit jeher Weißbrot und Teigwaren.

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Bergbau und Industrie in Italien

Der Staat Italien besitzt nur wenige Bodenschätze, so z. B. Erdöl und Erdgas in der östlichen Poebene und in Süd-Sizilien (Gela), Erze auf Sardinien und Marmor im Apennin. Durch den Mangel vor allem an Energierohstoffen ist Italien auf die Zufuhr von Kohle und Erzen für die Schwerindustrie angewiesen. Die Industrialisierung des Landes begann im Vergleich zu anderen europäischen Staaten erst spät und nahm deshalb rasch zu. Folgen dieser plötzlichen Industrialisierung waren und sind zum Teil noch heute, gefährliche, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, unzureichende soziale Absicherung der Arbeiter, schlechte Bezahlung und die Zerstörung der Umwelt. Wesentliche, für Italien geradezu kennzeichnende Industriezweige sind die Nahrungsmittelindustrie, die Kraftfahrzeugherstellung (Turin), Motorrad- und Fahrradproduktion, Werften, Textilindustrie, Lederwarenfertigung, Schreibmaschinen und Rechenmaschinenfabriken.
Die hohe Bevölkerungsdichte im Norden, die Kaufkraft und das Arbeitskräftereservoir, die Lagegunst der Häfen sowie die Gewerbe- und Handelstradition bedingen die Verdichtung der Industrie in Norditalien.

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Der Verkehr und der internationale Außenhandel

Über mehrere hohe Pässe ist Italien mit Mittel- und Westeuropa verbunden. Drei Hauptlinien stellen auf der Halbinsel die Nord-Süd-Verbindung her. Dazu kommen mehrere Querverbindungen, die heute um des steigenden Fremdenverkehrs willen durchwegs als Autobahnen ausgebaut sind. Die Häfen Genua, Venedig und Triest spielen für die Erdölversorgung Mitteleuropas und Italiens eine große Rolle.
Die Benutzung der Autobahnen ist gebührenpflichtig. Gegenseitige Rücksichtnahme und hohes Reaktionsvermögen zeichnen den italienischen Autofahrer aus, für den Verkehrsregelungen seiner Mentalität entsprechend keine unumstößlichen Naturgesetze darstellen, sondern mitunter beachtenswerte Empfehlungen.

Wesentliche Devisenbringer Italiens sind der Tourismus. Vor altem Deutsche, Österreicher und Franzosen machen Italien zu einem der ersten Fremdenverkehrsländer Europas. In weiterer Folge kommen nun zahlreiche internationale Besucher aus der ganzen Welt.
Außer den Städten mit ihrer Anhäufung von Kunstwerken und kulturhistorisch bedeutsamen Stätten sind es die Badeorte an der Adria und den abwechslungsreichen Buchten des Tyrrhenischen Meeres, die die Urlauber anlocken. Wichtige Ausfuhrgüter bilden Maschinen und Fahrzeuge (30%), Textilien (15-20%), Chemikalien und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Haupthandelspartner sind die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und die USA.

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